Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland lag 2021 bei 46%. Dabei entfielen auf Windkraft ca. 23 %, auf Photovoltaik 9,9 % und auf Wasserkraft ca. 4 %. Insbesondere die regionale Stromgewinnung ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt. Für die regenerative Stromgewinnung liegt der aktuelle Schwerpunkt bei Wind- und Sonnenenergie. Von Wasserkraftwerken hört man vergleichsweise wenig.
Ungeachtet des prozentual gesehen eher überschaubaren Anteils an der Gesamtversorgung ist es aus Sicht der CDU Fuldatal wichtig, alle Möglichkeiten der Energiegewinnung unter Berücksichtigung regionaler Potentiale sowie wirtschaftlicher und umweltpolitischer Aspekte zu fördern und ggfls. auszubauen.
Für unsere Fraktions- und Vorstandsmitglieder war die aktuelle energiepolitische Diskussion jetzt Anlass, sich am Laufwasserkraftwerk in Fuldatal-Wahnhausen über den Stand der Bauarbeiten zu informieren.
An der dortigen Wehranlage der Fulda befindet sich seit 1980 ein Laufwasserkraftwerk der Fa. Statkraft. Hier werden jährlich ca. 17,4 GWh Strom produziert. Mit dieser Leistung können annähernd 5000 Haushalte mit Energie versorgt werden.
Seit November 2021 finden am Kraftwerkseinlauf umfangreiche Bauarbeiten statt, die aufgrund rechtlicher Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie notwendig wurden. Dabei geht es insbesondere um den Schutz von Fischen, die die Turbinenanlage zukünftig noch besser passieren sollen. Durch den Einbau einer Warnanlage für Aale im Jahr 2002, eines sog. Migromats, konnte die Tötung zahlreicher Fische bereits deutlich reduziert werden. Die Unpassierbarkeit der Kraftwerks- und Wehranlage blieb aber weiter ein Thema und lässt sich durch die aktuelle Baumaßnahme aber hoffentlich weiter verbessern.

Dazu wird jetzt ein neuer Fischpass gebaut und die vorhandene Rechenanlage mit einem Treibgutabweiser, geringeren Stababständen sowie einem zusätzlichen Horizontalrechen umgestaltet.
Die umfangreichen und technisch anspruchsvollen Arbeiten laufen voraussichtlich noch bis zum Sommer 2023. Bis dahin kann das Kraftwerk keinen Strom produzieren. Das ist aus heutiger Sicht keine gute Nachricht. Allerdings konnten bei Baubeginn die Folgen der Ukrainekrise noch nicht abgesehen werden. Bleibt zu hoffen, dass die Baumaßnahmen zügig vorangehen und bald wieder Strom des Fuldataler Wasserkraftwerks in die öffentlichen Netze eingespeist wird.

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